Gedanken zur aktuellen gesellschaftlichen Situation 

September 2023 

Wir können die Meinung eines anderen Menschen dann nicht aushalten, wenn sie etwas in uns triggert. 

Denn wir erblicken die Welt nur durch unsere Brille und sehen unser Weltbild und somit auch uns selbst bedroht, wenn der Andere vielleicht doch auch ein bisschen Recht haben könnte. 


Dies sind Traumafolgen. Und wir alle sind traumatisiert. 
Denn in die Heilung kommen wir, wenn wir unser Herz öffnen und somit auch nicht nur uns selbst sondern auch unser Gegenüber wieder fühlen lernen. 

Und durch Fühlen kommt das Verstehen. 

VERSTEHEN ist jedoch nicht gleichzusetzen mit AKZEPTANZ. 
Ich kann lernen, die Welt durch die Brille des Anderen zu sehen, ohne gleich seinen Standpunkt übernehmen zu müssen. 

Aber wir fühlen uns selbst nicht mehr und erst recht nicht unsere Mitmenschen. Unser Verstand schaltet sich dazwischen und steckt alles und jeden sofort in eine Schublade.

So wird es in uns eng anstatt offen und weit. 
Das passiert aus der Angst heraus. 

All dies ist zudem äußerst schädlich für unsere psychische und letztendlich auch physische Gesundheit. 

Dr. Alexander Kugelstadt schreibt dazu: 

"Für die psychische Gesundheit sind Extreme eher schwierig. Jemand ist gut oder böse, links oder rechts, ein Flüchtling oder kein Flüchtling, ein Populist oder kein Populist. 

Diese Etiketten dienen auf unbewusster Ebene auch dazu, sich nicht mit dem Fremden auseinandersetzen zu müssen und sich als besserer Mensch abgrenzen zu können. 

Bei jeder Polarisierung, die wir für uns übernehmen oder bei der wir uns zuordnen, wird eine innere Tür zugeschlagen, die einen Raum zur Selbsterkenntnis verschließt." (aus: "Dann ist das wohl psychosomatisch! - Wenn Körper und Seele SOS senden und die Ärzte einfach nichts finden", von Dr. Alexander Kugelstadt) 


Was bedeutet "einen Raum zur Selbsterkenntnis verschließen"? 

Ganz einfach: Alles, was ich an einem anderen Menschen ablehne, sind Schatten meiner selbst.
Es sind Themen, mit denen ich mich dringend auseinandersetzen müsste, um meine Persönlichkeit weiter zu entwickeln oder sogar um nicht psychisch zu erkranken.


Ein Beispiel: 

Erscheint mir der harte Ton und das forsche Auftreten einer Person als einschüchternt und abschreckend, habe ich selbst ein Thema mit Aggressivität und sollte in mir genau dort hinschauen. 

Voraussetzungen dafür sind Achtsamkeit, Selbstbeobachtung und das Erfühlen des Gegenübers BEVOR unser Verstand dazwischenfunkt und gleich die Schublade zuschlägt. 

Dies können wir alle täglich üben, somit zu einem harmonischeren Miteinander beitragen und sogar noch etwas für die Psychohygiene tun. 

Denn schon Martin Buber erkannte: 

"Der Mensch wird am Du zum Ich."




 Wissenschaft und die geistige Welt 

Februar 2024

Soeben hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einem Wissenschaftler vom MIT. 
Die tiefsten Einsichten und Ideen erlangt er, indem er all sein bisher erlerntes Wissen zur Seite schiebt, das Forschungsobjekt "mit den Augen eines Kindes" betrachtet und dabei in einen "meditativen Zustand" geht. 
Die Formeln "fließen" dann intuitiv zu ihm und er kann im Nachhinein logisch nicht erklären, wie er zum Ergebnis kam. 

So wie ihm erging es vielen Wissenschaftlern im Laufe der Geschichte. 

Während meines Studiums der Anthropologie, in dem ich mich auf kognitive Psychologie und Schamanismus spezialisierte, wurde mir klar, dass die Universiäten außerhalb Deutschlands viel offener für solche Themen waren. 
Dort wurde phänomenologisch an sie herangegangen, in Deutschland jedoch wurden sie schlichtweg verleugnet. 

Ich bin froh, mein Studium in Mexiko fortgeführt zu haben. Mein Professor war Anthropologe und Schamane nach mexikanischer und japanischer Tradition. 
Er konnte somit seine Forschung objektiv und von innen heraus angehen. Nur auf diese Weise kann man dem Thema Respekt zollen und zu wirklichen Erkenntnissen kommen. 

Esoterik und Wissenschaft waren früher nicht voneinander getrennt. Trennen wir sie heute, weil wir ach so intelligenter und aufgeklärter sind? 

Nein, wir haben einen Rückschritt erlitten. 

Wir haben verlernt, dass auch die geistige Welt ebenso objektiv erfahr- und erforschbar ist wie die materielle. Sie ist keine subjektive Spinnerei. Sie ist der Urgrund, der uns alle mit allem verbindet.
Vielen Wissenschaftlern ist dies klar, sie beschäftigen sich dann in der Freizeit mit höheren Bewusstseinszuständen und alten spirituellen Schriften. 
Und beruflich kommt die geistige Welt durch die Hintertür wieder ins Studierzimmer hinein- in Form von unerklärbaren Inspirationen. 

Unser heutiges Gespräch endete mit Goethe. Er kannte zwar Faust, wusste jedoch nicht viel über seine erkenntnistheoretischen Forschungen. Als ich ihm über die Urpflanze erzählte und wir in die ersten paar Seiten eines Werkes von R. Steiner schauten, rief er verdutzt aus: "Das ist genau das, was passiert, wenn ich auf meine Erkenntnisse komme! Jetzt hab ich endlich eine Erklärung dafür!"
Goethe liefert Antworten auf so vieles. Auf vieles, das heute in Deutschland unter den Teppich gekehrt, jedoch in anderen Ländern nicht ausgegrenzt wird. 

Es ist alles da. Nur wollen wir nicht hinschauen.